Im Feuchter Rathaus waren die Hexen los
In Feucht waren an Weiberfasching wieder die Hexen los: In faschingsfroher Bestlaune zogen sie den ganzen Unsinnigen Donnerstag lang feixend durch die Straßen, Schulen und Läden und trieben mit allen und jedem ihre lustigen Scherze.
Im Feuchter Rathaus wurde es dann weltpolitisch: „Feucht first!“ lautete hier ihre Parole und dann die Ansage: „Wir nehmen uns Moosbach!“ – zack, die Hexenflagge war gehisst. Erster Bürgermeister Jörg Kotzur aus Moosbach konterte das souverän mit viel Humor und gewitzter Diplomatie: „Wir machen da einen Deal.“
Bis zum Aschermittwoch müssten die Moosbacher nach Ludersheim, Winkelhaid oder sonst wohin umgesiedelt werden, so die Forderung der Hexen. Die Hexen bräuchten schließlich den ganzen Platz für sich allein. Sie ließen Moosbach bereits überplanen: Eine Beautyfarm (statt Hühnerfarm) wird kommen (bislang gebe es da ja nur einen einzigen Friseur!), ein Schnapsbrunnen (statt Trinkbrunnen), eine trendgemäß vierstöckige Hexenseniorinnenresidenz, für die Hexenmeister ein Calisthenicspark, ein Hexenmuseum, ein internationales Hexenkongresszentrum, eine E-Besen-Ladestation und vor allen Dingen auch ein riesiger Parkplatz. Tatsächlich sei Moosbach bisher ja sowieso ein einziger Aprilscherz, da es am 1.4.1971 eingemeindet wurde. Höchste Zeit für ein neues „Hexenbach“ oder „Mooshexen“ also!
Auch in die Medien mischten sich die Hexen ein. Sie wollten keine alternativen Fakten, sondern auch hier ein „Feucht first!“. In ihrem verhexten „Feuchter Extrablatt“ wagten die Hexen zu sagen: „Zeitung zu dünn zum Lesen“ und „Schluss mit dem Blick über den Tellerrand – Mehr Feucht wagen!“
So trafen die Hexen der Faschingsgesellschaft Feucht-fröhlich auch in diesen närrischen Wochen wieder ganz den Nerv der Zeit. Erster Bürgermeister Jörg Kotzur dankte es ihnen mit Hexenbrause und Faschingskrapfen. Für den Bürgermeister jedenfalls kommt eine Umsiedelung nicht in Frage: Dieser Deal steht.
(Fotos: Markt Feucht)












