Barockes in gotischem Ambiente: Goldbach-Ensemble Nürnberg gastierte zum 10. Mal in Feucht

09.10.2020

Barockes in gotischem Ambiente: Goldbach-Ensemble Nürnberg gastierte zum 10. Mal in Feucht
Bildquelle:
privat
Tradition hat auch in ungewöhnlichen Zeiten Bestand: Am 04. Oktober 2020, dem Erntedanksonntag, lud der Kulturkreis des Marktes Feucht gemeinsam mit der Gottfried-Finger-Gesellschaft Nürnberg zu „Barockem in St. Jakob“ mit dem Goldbachensemble Nürnberg.

Seit nunmehr zehn Jahren ist dieser Termin im evangelischen Gotteshaus planmäßig der Start ins kulturelle Jahresprogramm der Gemeinde.

Bei Musikern und Publikum war gespannte Erwartung und Vorfreude spürbar, endlich wieder „live und in voller Länge“ dabei zu sein und konzertieren zu können. Bedauerlicherweise erkrankte die Solistin Marlene Morneburg (Fagott), so dass das Programm geringfügig geändert werden musste.

Den Anfang machte deshalb eine Aria für Orgel von Valentin Rathgeber (1643–1711), festlich gespielt von Gottfried Büttner, der auch am Spinett begeisterte.

Freudig begrüßte Dirigent Lukas Meuli das Publikum, den Hausherrn Pfarrer Thie, Ersten Bürgermeister Jörg Kotzur sowie Margit Hörlbacher vom Vorstand der Gottfried Finger-Gesellschaft.

Dann erklang die „Sonata decima“ in G-Dur von Gottfried Finger (1655-1730). Zupackend und sichtlich mit großer Spielfreude interpretierte das Ensemble das heitere Werk. Ein schönes Beispiel dafür, dass auch Kompositionen eher unbekannter Meister entdeckens- und hörenswert sein können.

Es folgte das Werk eines durchaus bekannten Meisters: die Suite in a-Moll für Altblockflöte, Streicher und Basso continuo von Georg Philipp Telemann (1681-1767). Hier brillierte die Solistin Franziska Schreyer mit anspruchsvoller Virtuosität ebenso wie durch ihr einfühlsames, kantables Spiel in den ruhigeren Passagen und Sätzen. Meuli führte sein Ensemble gewohnt sicher, engagiert und aufmerksam. Es gab großen Applaus für Solistin und Ensemble.

Fingers „Sonata undecima“ in Es-Dur überzeugte durch ihren eher sanften Charakter, wobei der fugierte Einsatz im Schlussallegro durchaus beherzt und selbstsicher daherkam. Dies war wohl auch der Aufstellung der Musiker und Musikerinnen geschuldet: links vorne 1. und 2. Violine (Johanna und Ulrike Schreyer), rechts vorne Viola (Jutta Schnabel), zentral die Continuo-Gruppe (Andrea Herzog, Violoncello, Frank Ermer, Kontrabass, Gottfried Büttner, Spinett).

Zwei kleine Orgelstücke (eine weitere Aria von Rathgeber sowie ein Adagio von Gottfried Finger, ursprünglich aus einer Sonate für Violine und Basso continuo) und „Wat zalmen op den avond doen“ (Thema mit Variationen) von Jakob van Eyck für Blockflöte solo folgten. Hier zeigte Franziska Schreyer abermals in beeindruckender Weise, wie meisterhaft sie ihr Instrument beherrscht.
Den Abschluss des Konzerts bildete die „von entspannter Fröhlichkeit durchdrungene Sonata duodecima in C-Dur“ (aus einem CD-Booklet) von Gottfried Finger.

Nach lang anhaltendem Schlussbeifall dankte Erster Bürgermeister Jörg Kotzur dem Ensemble mit einem Präsentkorb. „Es war uns eine Freude, endlich wieder eine Veranstaltung in dankenswerter Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche durchführen zu können. Ich hoffe, das Goldbach-Ensemble in einem Jahr wieder hier begrüßen zu dürfen.“

 

Impressum  ·  Datenschutzerklärung   ·  © 2009-2020 Markt Feucht  ·  info@feucht.de  ·  Erklärung zur Barrierefreiheit nach oben
Thema abonnieren

Geben Sie hier Ihre eMail-Adresse ein, um per eMail über neue News in dieser Kategorie informiert zu werden:


« Zurück zur vorherigen Seite