Gankino Circus – herzerfrischendes Konzertkabarett

07.02.2020

Gankino Circus – herzerfrischendes Konzertkabarett
Bildquelle:
Markt Feucht
„Diese Vier sind echte Teufelskerle“ urteilte die Presse – und Gankino Circus begeisterte tatsächlich bei ihrem Auftritt in der Feuchter Reichswaldhalle.

Die vier studierten Musiker mixten fränkische Lieder mit schrägen Geschichten und arbeiteten mit Wortwitz und Selbstironie. Maximilian Eder (Akkordeon, Knochentrommel), Simon Schorndanner (Saxophon, Klarinette), Johannes Sens (Percussion und Trompete) und Ralf Wieland (diverse Gitarren und Geschichtenerzähler) holten sich in der Volksmusik ihre Inspirationen. Gesungen wurde ausschließlich im fränkischen Dialekt – und erzählt natürlich auch. „Wir haben von 14 bis 21 Jahren unsere Freizeit ausschließlich in der Goldenen Gans in Dietenhofen verbracht und das Wirtshaus nur im Notfall verlassen. Wir wussten gar nicht, dass Feucht schon besiedelt war,“ so Ralf Wieland, der die Halle schnell mit den G’schichtla aus der Jugendzeit der Vier in der Goldenen Gans und deren Wirt, dem Weiz’n-Charly, in den Bann zog.

Anfangs waren es mehr muntere Kärwa- und Wirtshausliedla („Hat sich denn der Wirt erhängt, weil er uns kein Bier mehr schenkt“), ehe ruhigere und besinnliche Weisen („Warum glaub‘ I Dir immer – und Du glaubst mir nie“) im Wechsel mit fetzigen und rockigen Nummern eingestreut wurden. Insgesamt eine gute Mischung aus Folklore und fränkischer Volksmusik, Schlager, Beat und Rock – garniert mit Erlebnissen aus der Jugend und viel Clownerie.

Und das Publikum erfuhr, wie die Folkloremusik, die bei uns in griechischen Lokalen in Dauerschleifen gespielt wird, eigentlich entsteht. Verraten hatte ihnen das der griechische Wirt Vasilis Kostas („Was kost‘ das?“), zu dem sie nach dem tragischen Tod ihres Weiz’n Charlys gewechselt waren. Ralf Wieland führte es für alle deutlich hörbar auf seiner Gitarre vor, der er mit Bohrmaschine und entsprechendem Aufsatz die allseits bekannten Töne entlockte.

Insgesamt gab es beeindruckende musikalische Modi- und Tempiwechsel, fantastische Soli, originelle Geschichten und sogar ein Musik-Quiz - vom Niveau her „eher niederschwellig, da an Feucht angepasst“. Dabei wurden bekannte Lieder im 11/8-Takt des bulgarischen Volkstanzes, nach dem sich die Gruppe benannt hat, gespielt und ihre Titel mussten erraten werden. Es war schon bemerkenswert, wie der Zillertaler Hochzeitsmarsch, Sierra Madre, die Vier Jahreszeiten von Vivaldi und Helene Fischers Atemlos im 11/8-Takt erklangen und auch erfolgreich erraten wurden.

„Die Letzten ihrer Art“ heißt das aktuelle Bühnenprogramm der Gruppe, und die angekündigten vier virtuosen Musiker, begnadeten Geschichtenerzähler und kauzige Charakterköpfe zeigten das von ihnen erfundene Genre des „Konzertkabaretts“ in höchster Perfektion. Die Vier harmonierten bestens und spielten sich auf der Bühne gekonnt die musikalischen Bälle zu. Kein Wunder also, dass der Funke aufs Publikum übersprang und auch dort bald keiner mehr stillsitzen wollte, vor allem als das Programm in die Ekstase eines fränkischen Rock’n Roll mündete.

Und überraschend wie das ganze Programm war dann auch die letzte Zugabe: „Ein Rausschmeißer zum Runterkommen nach der ganzen Hektik – kein schöner Land in dieser Zeit“. Auch schön – wie der ganze Abend.

Text Herbert Bauer für Der Bote

 

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