Die Revolution der Ohne-Plastik-Frau

29.10.2018

Die Revolution der Ohne-Plastik-Frau
Bildquelle:
Markt Feucht
Nadine Schubert versteht es gekonnt, ihr Publikum in den Bann zu ziehen und es mitzunehmen in ihr Leben ohne Plastik. Nach ihrem Vortrag in Feucht, den sie Ende Oktober auf Einladung des Umweltbeirates des Marktes Feucht in der Reichswaldhalle hielt, hat man das Gefühl, dass man mit ein bisschen Anstrengung und lediglich ein wenig Umgewöhnung die Welt ein ganzes Stück besser machen könnte.

Und so ist es mit Sicherheit auch.

Die nach eigenen Aussagen „ganz normale Frau“ lebt es vor – mit Haut und Haaren. An diese zum Beispiel kommt kein Mikroplastik mehr. Das ist nämlich in nahezu allen Kosmetik- und Pflegeprodukten enthalten. 50.000 Tonnen landen jedes Jahr allein in Deutschland in der Umwelt. Die Kläranlagen können diese kleinsten Teilchen rein technisch nicht filtern und so sind sie nicht nur in unseren Körpern zu finden, sondern auch im Wasserkreislauf und auf Äckern. Auch Putzmittel haben erheblich Schuld daran. Dem Thema Mikroplastik ist ihr neues Buch gewidmet, in welchem sie Möglichkeiten aufzeigt, wie man diese kleinsten Plastikteilchen vermeiden kann.

In ihren Büchern „Besser leben ohne Plastik“ und „Noch besser leben ohne Plastik“ beschreibt die Autorin, wie man mit etwas Bewegung aus der eigenen Komfortzone heraus sein Leben ohne das Wegwerfprodukt Plastik gestalten kann, ganz ohne einen Touch von „öko“ und „alternativ“. Anschaulich und kurzweilig macht Nadine Schubert das auch auf der Bühne. Sie spricht über ihre Familie, Freunde, ihren Heimatort und die Erlebnisse beim Einkaufen. Auf der Straße wird sie oft gefragt: „Sie sind doch die Plastik-Frau, oder?“ Dann antwortet Schubert: „Nein, ich bin die Ohne-Plastik-Frau.“

Auch der Humor kommt nicht zu kurz an diesem Abend. Aber vielleicht muss das so sein, vielleicht ist das der beste Weg, Menschen zum Zuhören zu bringen und für ein so wichtiges Thema zu sensibilisieren. Denn Nadine Schuberts Vortrag hat Hand und Fuß, ist gespickt mit Informationen und Lösungsvorschlägen.

Jeder Deutsche verbraucht 37 Kilogramm Plastik pro Jahr, 320.000 Menschen werfen in der Stunde „Coffee to go“-Becher in den Müll, Weichmacher landen in unseren Körpern und Tiere sterben, weil sie versehentlich Plastik fressen – nur, um einige Dinge zu nennen, die ein Umdenken nötig machen. Das kann nicht nur der Einzelne schaffen, meint Nadine Schubert, dazu benötige man dringend politische Entscheidungen, aber kleine Revolutionen könne der Verbraucher durchaus auslösen.

Der Zuhörer erfährt von den überflüssigen Plastiksünden, bekommt Infos über die Möglichkeiten, anders einzukaufen, und Rezepte, um Reinigungsprodukte und Kosmetika selbst herzustellen. Zum Schluss gibt die Buchautorin dem Publikum den Tipp, mal eine Woche Plastikfasten zu versuchen. Die 180 Besucher sind mit Sicherheit alle überzeugt davon, dass das gar nicht so schwer ist.

 

Impressum  ·  Datenschutzerklärung   ·  © 2009-2018 Markt Feucht  ·  info@feucht.de nach oben
Thema abonnieren

Geben Sie hier Ihre eMail-Adresse ein, um per eMail über neue News in dieser Kategorie informiert zu werden:


« Zurück zur vorherigen Seite