Ein Jahr im Gepäck - Goldbach-Ensemble Nürnberg spielte in St. Jakob in Feucht

15.10.2018

Ein Jahr im Gepäck - Goldbach-Ensemble Nürnberg spielte in St. Jakob in Feucht
Bildquelle:
Dorothée Krätzer
Vögel zwitschern, trillern in den höchsten Tönen ihre Lebensfreude in die ergrünende Natur hinaus, Tanzmusik lädt zum Verweilen und Mitfeiern ein. Etwas später stöhnt die Landschaft unter Hitze und Dürre, verzieht sich alles Lebendige träge in den schützenden Schatten. Erfrischende Brisen wandeln sich zu wilden Stürmen und Unwetter entladen sich, bevor es zum fröhlichen Halali durch die herbstlichen Wälder geht. Wem das bekannt vorkommt – ja, es sind einige der musikalischen Bilder, die der italienische Komponist Antonio Vivaldi in seinem Zyklus „Die vier Jahreszeiten“ malt. Sie erklangen in der St. Jakobskirche in Feucht, gespielt vom Nürnberger Goldbach-Ensemble.

Eine liebgewordene Tradition am Erntedank-Sonntag stellen die Konzerte des kleinen Ensembles unter Leitung von Lukas Meuli dar, eine Zusammenarbeit der Gottfried Finger-Gesellschaft (GFG) Nürnberg e. V und des Feuchter Kulturkreises. „Barockes in St. Jakob“ sind sie überschrieben, denn der Barockmusik und der Förderung junger Nachwuchsmusiker aus der Region hat sich die GFG unter anderem verschrieben. Und was wäre für eine aufstrebende Geigerin besser geeignet zu brillieren, als Vivaldis bekanntes Violinkonzert?

War sie letztes Jahr neben anderen MusikerInnen solistisch zu hören, stand Raphaela Debus (20) mit ihrer Violine diesmal ganz im Fokus. Ein Genuss, ihr in die vielen stimmungsvollen Szenen der Jahreszeiten zu folgen. Virtuos meisterte die Wendelsteinerin ihre Partien, verstand es hervorragend die jeweiligen Eigenheiten hervorzuheben: die beschwingte Leichtigkeit des Frühlings ebenso wie das Brausen des winterlichen Sturmwindes, oder die temperamentvollen Ausbrüche (fliehendes Wild), die Vivaldi beim „Herbst“ zwischen das streng-formalen Thema der Jagd streut. Ausdrucksstark und souverän bewältigte sie alle Schwierigkeiten, wobei Geschwindigkeit für sie kein Thema zu sein scheint. Seit 14 Jahren spielt Debus ihr Instrument bereits, wirkte unter anderem als Solistin beim Sebalder Kammerorchester (Leitung von Prof. Hermann Harrassowitz) beim Konzert für Violine und Orchester e-moll von Felix Mendelssohn- Bartholdy mit. Mit Studiumbeginn vor wenigen Tagen an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart geht sie jetzt den Schritt, aus ihrer Leidenschaft einen Beruf zu machen.

Ihr zur Seite als stabile Basis standen Axel Stutz und Ulrike Schreyer (beide Violine) sowie Jutta Schnabel (Viola), Andrea Herzog (Violoncello) und Frank M. Emer (Kontrabass), die Meuli gewohnt sicher und temperamentvoll durch das Konzert führte. Die Sonetten, die Vivaldi seinen Jahreszeiten voranstellt – gelesen von Michaela Kratzer – führten zudem in die Ideen des Komponisten ein. Als Zäsur in der Mitte hatte Meuli ein kurzes Werk von Johann Sebastian Bach (BWV 1040) für zwei Melodiestimmen und Generalbass (Basso continuo - B.c.) ausgewählt. Ursprünglich für Violine, Oboe und B.c. geschrieben, erklang es in Feucht mit Blockflöte, gespielt von Franziska Schreyer. Im Trio mit Irmgard Knop (Oboe) und Herzog (Violoncello) entwickelte sich dieser für Bach typische Instrumentalsatz. Wunderbar ergänzten sich die drei Holzinstrumente, umspielten sich Flöte und Oboe, abwechselnd führend oder begleitend.

Großen Beifall gab’s für die Ausführenden und Bürgermeister Gerd Steuer sprach allen aus der Seele, als er um ein Wiederhören im nächsten Jahr bat.

Text und Fotos: Dorothée Krätzer

 

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