Die schönen Immergrünen

26.07.2018

Die schönen Immergrünen
Bildquelle:
Dorothée Krätzer
Feuchter Gesangsverein und Posaunenchor luden zur 36. Schlossserenade - Die bange Frage des Abends war, ob denn das Wetter halten würde und so mancher besorgte Blick verfolgte das Wolkengeschehen am Himmel über Feucht. Denn Veranstalter Kulturkreis Markt Feucht, hatte sich gegen die Reichswaldhalle und für den traditionellen Ort der jährliche Schlossserenade entschieden: den Park des Zeidlerschlosses. Voll besetzt und die meisten vorsorglich mit Schirmen ausgerüstet, erwarteten die Gäste mit Spannung den Konzertbeginn.

Es war die 36ste Veranstaltung am Schloss, zu der Feuchts erster Bürgermeister Konrad Rupprecht alle herzlich begrüßte. „Zum kulturellen Highlight im Juli“, wie er sagte. Ein tolles Konzept, so Rupprecht, weil es Musik von Blasinstrumenten und Gesang miteinander verbinde. Dass es sehr gut ankomme, könne man an den vielen Besuchern sehen.

Mit dem beschwingt-flott gespielten „I got Rhythm“ eröffnete der Posaunenchor von St. Jakob unter Leitung von Ralf Tochtermann den Abend. Mit diesem Klassiker von George Gershwin hatten die Bläserinnen und Bläser bereits das Motto des Abends vorgegeben: „Bekannte Hits und Evergreens, quer durch alle Genres, von Rock über Pop bis zu geistlicher Musik“, stellte Amanda Sugar (Obfrau des Posaunenchors) das Programm vor . Ähnliches galt für den Gesangsverein Feucht unter Leitung von Martin Dechet, der sich wie immer en block mit dem Posaunenchor abwechselte. Er hatte sein Repertoire annähernd chronologisch zusammengefasst und spannte den Bogen vom 16. Jahrhundert bis heute. Mit drei a capella gesungenen Lieder eröffneten die Sängerinnen und Sänger den Abend, darunter „Matona mia cara“ von Orlando die Lasso (1532 - 1594) - mit seiner Rhythmik und Melodie ein fröhlicher Ohrenschmaus.

Und dann kam er doch, der Regen, zwang Musiker und Sänger für wenige Minuten zu einer Unterbrechung. Da nicht vorhersehbar war, wie lange er anhalten würde, stellte Dechet das Programm kurzerhand um. Aus dem letzten Gesangsblock zog er das Lied „Ihr von morgen“ (Udo Jürgens) vor, das er am Klavier begleitete. Trotz der widrigen Umstände - alle gedrängt zusammenstehend unter dem Regenschutz - sang der Chor mit viel Gefühl und Intensität. Bei leichtem Nieseln folgte vom Posaunenchor als passende Antwort „Singin‘ in the Rain“ (Ignacio Herb Brown), vielen bekannt aus dem gleichnamigen Film. Schlagzeuger Daniel Piccon erinnerte ebenfalls lebhaft an die bekannte Tanzszene mit Gene Kelly: Allein mit seinen Sticks imitierte Piccon Kellys Tanz, der im strömenden Regen damals durch Pfützen steppte.

Evergreens und Hits - da gehörten vom Posaunenchor gespielt selbstverständlich die „Fuchsgrabenpolka und „An der schönen blauen Donau“ dazu, deren Dreivierteltakt zum (Mit-)Wiegen verlockte. Ein ebensolcher Klassiker ist das Lied der Berge „La Montanara“, das die Südtiroler Seele in den Zuhörern weckte. Für diesen Musikblock war ein Teil des Posaunenchores hinter das Zeidlerschloss gewanderte, klang dadurch leiser, fast wie ein Echo. Sehr schön und berührend auch die beiden Choräle mit ihren Variationen, die durch ihre Verzierungen stark an Barockmusik erinnerten. Stimmungsvoll folgte vom Gesangsverein das Ruhe und Frieden vermittelnden „Abend im Gebirge“. Mit dem melodiösen Ohrwurm-Evergreen „Heimweh“ („So schön, schön war die Zeit“ von Freddy Quinn), bei dem die Männerstimmen den Hintergrundchor sangen, und Leonhard Cohens „Hallelujah“ rundete der Gesangsverein sein vielseitiges Programm ab.

Wieder eine sehr gelungene, kurzweilige, abwechslungsreiche Serenade am Zeidlerschloss, die mit viel Beifall, „Über den Wolken“ als Zugabe (Posaunenchor) und einem gemeinsam von allen gesungen und gespielten Abendlied endete. Und der Regen? „Nur etwas Wasser“, so Rupprecht.

Text und Foto: Dorothée Krätzer

 

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