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100. Geburtstag Maria Weiß aus Feucht

20.02.2018

100. Geburtstag Maria Weiß aus Feucht
Bildquelle:
Markt Feucht
Ein Häuschen in der Pfinzingstraße an einem Montagmorgen Ende Februar; eine kleine, zierliche Frau mit weißen Haaren öffnet die Tür und sieht vor sich einen riesigen Geschenkkorb mit Leckereien. Hinter dem Korb lugt ein grauhaariger Herr in den Sechzigern hervor: „Grüß Gott, ich komme aus dem Rathaus, um zu gratulieren!“ Die alte Dame guckt erstaunt: „Und wer sind sie?“ „Gerd Steuer mein Name, ich bin der Dritte Bürgermeister.“ Ihr Gesicht hellt sich auf: „Allmächt! Von der Koch´n Christl der Bu!“

So eine Unterhaltung kann es in Feucht nur unter Alteingesessenen geben. Und so etwas kann zu einem Mann Mitte der Sechziger auch nur jemand sagen, der weitaus älter ist. Und das ist die weißhaarige Frau: Maria Weiß hat ein ganzes Jahrhundert auf dem Buckel. Wobei „Buckel“ kein Wort ist, das zu dieser quirligen, umtriebigen und fröhlichen Dame passt. Die Hundert nimmt man der zweitältesten Feuchterin nicht ab.

Ihr starker Wille hat sie durch viele Stromschnellen des Lebens geführt, großen Tiefschlägen zum Trotz hat sie sich ihre positive Art und ihren unerschütterlichen Humor erhalten. So werden die schlechten Zeiten auch nur am Rande erwähnt und mit einem Kopfnicken weggewischt: „Ja, ham ma ghabt.“ Ihre Haltung dem Leben gegenüber erinnert an ein Zitat von Søren Kierkegaard: „Verstehen kann man das Leben rückwärts; leben muss man es aber vorwärts.“ Das tut Maria Weiß Tag für Tag – auch mit 100 Jahren. Die Nachbarn, die sich zum Feiern um den Geburtstagstisch im Wohnzimmer versammelt haben, berichten voller Bewunderung, dass sie täglich mit ihrem „Wägerle“ zum Einkaufen an den Nachbarsgrundstücken vorbeigehe und den einen oder anderen kurzen Plausch halte. Wenn man sich dann kurz wegdrehe und ihr dann noch etwas zurufen möchte, sei sie schon zwei Häuser weiter.

Ihr ganzes Leben war Maria Weiß in Bewegung: sie hat in einem Haushalt gearbeitet, in einer Gastwirtschaft, in einer Bäckerei, im Wald, sie war Hausfrau, Mutter und hat immer nebenbei geschafft. Ruhe scheint ein Fremdwort für sie zu sein. Die drei Kuchen, die den Gästen gereicht werden, sind natürlich selbst gebacken.

Bevor sich der Dritte Bürgermeister ein Stück schmecken lässt, liest er der Jubilarin den Brief mit den Glückwünschen des Bayerischen Ministerpräsidenten vor, den er danach feierlich überreicht. Maria Weiß freut sich über die netten Worte: „Ach, den ruf ich dann an, gell – da bedank ich mich.“ Zuzutrauen ist es ihr.

An dieser Stelle noch ein Zitat – die Erklärung für ihr strahlendes Aussehen trotz des hohen Alters: „Ich werd doch immer jünger! Horch, ich mach doch a Schönheitskur mit, des hab ich noch keinem gesagt – aber Ihr verratet mich net, gell?“

 

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