Fair geht nur mit dem Herzen gut

23.10.2017

Fair geht nur mit dem Herzen gut
Bildquelle:
Herbert Bauer
Wenn wir es wollen, kann uns der faire Handel tagtäglich überall begleiten. „Wir müssen es in unserem Herzen haben“, beteuerte Frank Braun bei seinem mitreißenden Vortrag in der Reichswaldhalle beim Markt der fairen Möglichkeiten, der Anfang Oktober in Feucht stattfand.

Es gibt zahlreiche vernünftige Argumente, die dafür sprechen, dass es für die Zukunft der Menschheit nur einen einzigen Weg geben kann: sich auf fair und nachhaltig hergestellte Erzeugnisse zu konzentrieren. Warum das die Verbraucher nicht machen? Die Antwort des Eine-Welt-Promoters, der für die Region Nordbayern zuständig ist: Bequemlichkeit. Ausreden gibt es viele. Die am häufigsten verwendete, die des schmalen Geldbeutels, ist nicht haltbar, sagt Braun, denn mittlerweile gäbe es in nahezu jedem Segment Alternativen, die fair produziert werden und nicht mehr kosten als herkömmlich hergestellte Produkte. Als Beispiel dienten beim Markt der fairen Möglichkeiten die Fußbälle der Nürnberger Firma Bad Boyz, die mit einem eigenen Stand vertreten waren. Für den Verbraucher kosten sie dasselbe wie Markenfußbälle. Das Geld, das große Sportfirmen für Marketing aufwenden, wird hier für faire Arbeitsbedingungen und nachhaltige Rohstoffe ausgegeben.

Es sei einzig und allein eine Frage der inneren Überzeugung, meinte Braun, der das Thema ganz offensichtlich lebt und vollkommen ehrlich transportiert. Innerhalb von 20 Minuten schaffte es der Eine-Welt-Promoter, viele verschiedene Ansätze aufzuzeigen, mit denen man die Welt ein kleines Stückchen besser machen kann.

Die Stände, die das Team vom „Fairen Jakob“ – allen voran Claudia Friedrich – in der Reichs-waldhalle aufgebaut hatte, waren mit vielen verschiedenen Produkten bestückt. Auch das faire Modegeschäft FARCAP war mit einem kleinen Stand vertreten. Zahlreiche Lebensmittel, viele Accessoires und diverse Kleidungsstücke verliehen dem Foyer einen Hauch von buntem Markttreiben.

Die Fairtrade-Gruppe Feucht, die sich unter Leitung des Sprechers der Fairtrade-Gruppe Helmut Schleif vom Weltladen „Der Faire Jakob“ seit einem Jahr regelmäßig trifft, um die Bewerbung Feuchts als Fairtrade-Gemeinde voranzubringen, setzte mit dem Markt der fairen Möglichkeiten den öffentlichen Auftakt der Fairtrade-Aktivitäten in der Zeidlergemeinde.

Das selbstgesteckte Ziel der engagierten Bürgerinnen und Bürger, möglichst viele Leute mit ihrer Veranstaltung zu erreichen, ging auf. Erster Bürgermeister Konrad Rupprecht und Helmut Schleif freuten sich bei ihren Eröffnungsreden über die große Resonanz. Auch Landrat Armin Kroder war bei seinem Grußwort sichtlich anzusehen, wie beeindruckt er vom großen Zuspruch der Veranstaltung war. Er gratulierte den Veranstaltern zu dem gelungenen Abend. Organisiert wurde der Markt der fairen Möglichkeiten vom Markt Feucht, der Fairtrade-Gruppe Feucht sowie dem Weltladen „Der Faire Jakob“ in Kooperation mit dem Eine Welt Netzwerk Bayern e.V.; finanzielle Unterstützung kam von der Bayerischen Staatskanzlei sowie der Sparkasse Nürnberg.

Auf der einen Seite buntes Markttreiben, auf der anderen Seite ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm: die drei Geschäftsführerinnen des fairen Modegeschäfts FARCAP in Fürth zeigten bei ihrem Auftritt, wie hip faire Mode aussehen kann. Die Bilder ihrer Powerpoint-Präsentation erzählten die Geschichte von der Produktion über den Schneidertisch bis hin zu ihrem Fürther Ladengeschäft. Hier findet man auch Kleidung des Labels „azadi“.

„Azadi“ ist der indische Begriff für „Freiheit“. Mit der Überzeugung, dass faire Handelswege auch in der Textilbranche möglich sind, gründete FARCAP das innovative Geschäftsmodell. Unterstützt werden die drei Geschäftsführerinnen dabei von der Modeschule in Nürnberg und der indischen Organisation „STOP“ (Stop Trafficking and Oppression of children and Women). Die Mode mit westlichem Flair wird in Indien nachvollziehbar fair produziert, und zwar im „Aashray Family Home“ in Neu Delhi, einem Schutzhaus für Mädchen und junge Frauen, das von der Initiative für Frauenrechte „STOP“ gegründet wurde. Hier leben Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 22 Jahren, die Opfer von Kinderhandel und Zwangsprostitution sind. In dieser Obhut können sie nun Schulbildung erlangen und zum Beispiel das Schneidern erlernen.

So war der Höhepunkt des Abends auch der Auftritt einer Tanzgruppe, die sich im „Aashray Family Home“ schon seit vielen Jahren dem Tanzen widmet. Die sieben Mädchen zeigten bei ihrer Vorführung unterschiedliche Darbietungen aus verschiedenen Regionen Indiens: traditionelle, eigens choreografierte, schnelle und anmutige. Ihre Tänze, zum Teil in farbenprächtigen indischen Gewändern, und die sympathische Ausstrahlung im anschließenden Interview, das Schüler der Realschule mit ihnen auf der Bühne führten, animierten das Publikum in der Reichswaldhalle zu frenetischem Applaus.

An diesem Abend wurde deutlich, dass Themen rund um den fairen Handel inzwischen – glücklicherweise – auch vor großem Publikum an einem Freitagabend ankommen. Für die Fairtrade-Gruppe Feucht war der Abend Motivation genug, sich in Zukunft weiterhin in Feucht für den fairen Handel einzusetzen und fortwährend Bildungs- und Informationsarbeit in diesem Bereich zu leisten.

 

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