Junge Künstler im Fokus - Barockmusik mit dem Goldbach-Ensemble

09.10.2017

Junge Künstler im Fokus - Barockmusik mit dem Goldbach-Ensemble
Bildquelle:
Dorothée Krätzer
Manchmal merkt man erst im Rückblick, wie lange eine liebe Tradition schon besteht - wie bei den inzwischen fest im Jahreszyklus eingebetteten Konzerten des Goldbach-Ensembles zu Erntedank. Vor zehn Jahren gründete sich das kleine Orchester, seit inzwischen sieben gestaltet es in Zusammenarbeit mit der Gottfried Finger-Gesellschaft (GFG) Nürnberg e. V und dem Feuchter Kulturkreis einen musikalisch-kurzweiligen Nachmittag in Feucht.

„Barockes in St. Jakob“ sind diese Konzerte einfach überschrieben, die jeweils die Pracht dieser glänzenden Epoche in der schlichten mittelalterlichen Feuchter Kirche mit ihrem gotischen Kreuzrippengewölbe entfalten. Vorbereitet hatten das Ensemble unter Leitung von Lukas Meuli im Jubiläumsjahr Stücke, in deren Mittelpunkt jeweils Solisten stehen: junge Künstler und Künstlerinnen aus der Region, deren Förderung sich die GFG unter anderem verschrieben hat. Sie durften an diesem Nachmittag mit ihrem Können glänzen, funkeln, wie der geschliffene Diamant in einem Schmuckstück. Gleich diesem waren sie sicher eingebettet in die Fassung, sprich die Musiker des Goldbach-Ensembles: die vier Violinen (Raphaela Debus - sie war auch solistisch zu hören - Axel Stutz, Friederike Martius und Magdalena Büttner), Viola (Nadine Swierkot) und Violoncello (Andrea Herzog), den Kontrabass (Frank M. Ermer), der als Basso continuo in allen Werken das harmonische Gerüst vorgab, sowie das Spinett (Damaris Di Bennardo). Mit ihren beiden Oboen begleiteten Irmgard Knop und Martin Hörlbacher (er war im letzten Jahr als Solist zu hören) die verschiedenen Stücke. Exakt und mit viel Einfühlungsvermögen entwickelte das Ensemble die vielseitigen Klangbilder, die Stimmung von pompös, höfisch und heiter bis melancholisch beschrieben.

Zum Auftakt spielte Katharina Seibold auf ihrer Trompete die Suite D-Dur von Georg Friedrich Händel (HWV 341). Temporeich und typisch ausschmückend bis in die höchsten Höhen, verlangte sie der jungen Solistin alles an Können ab. Weicher wirkte das anschließende a-Moll Cello-Konzert von Antonio Vivaldi (RV 398), aus dem das Goldbach-Ensemble kurzerhand ein Fagott-Konzert für Fagottist Victor König machte. Sauber und sehr sicher meisterte er dessen vielfache Herausforderungen, zeigte die ganze Bandbreite seines Instruments. Mit einer Sopran-Kantate aus der Feder von Georg Philipp Telemann stand danach erstmals kein Instrumentalist im Zentrum, sondern die junge Sängerin und Gymnasiastin Marie Müller. Höhe scheint für die Sopranistin kein Thema, so leicht sang sie in den oberen Lagen, sicher im Ausdruck, mit klarer, heller Stimme. Als letzte Solistin des Konzerts war Raphaela Debus zu hören, die Vivaldis bekanntes F-Dur Konzert „Herbst“ aus den vier Jahreszeiten präsentierte. Sie studiere Geige, informierte Meuli und entsprechend brillierte sie. Hier stach das Allegro mit seinem markanten Rhythmus im stilisierten Dreiertakt, einen herbstlichen Jagdausflug mit Hörnerklängen nachahmend, besonders heraus. Gleich einer wilden Jagd hetzt die Musik quer durch Wald und Flur - bravourös und ausdrucksvoll interpretiert von Debus.

Natürlich muss bei so einem Konzert auch der Komponist Gottfried Finger gewürdigt werden, für dessen Bekanntheit sich die GFG neben der Pflege der Barockmusik ebenfalls einsetzt. Was würde sich dafür besser eignen als das frisch editierte Werk von Magdalena Büttner, eine Bachelorarbeit, eine Suite in g-Moll. Durch ihren mitreißenden Schwung und Temperament, ihre vielen Motiven wirkte sie überwiegend heiter, teils fröhlich und markierte den glanzvollen Schluss eines wieder großartigen und vielseitigen Konzerts.

Foto und Text: Dorothée Krätzer

 

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