Musical-Glanz in der Reichswaldhalle - Konzert mit Uli Scherbel und der Pavel Sandorf Big Band

14.02.2017

Musical-Glanz in der Reichswaldhalle - Konzert mit Uli Scherbel und der Pavel Sandorf Big Band
Bildquelle:
Dorothée Krätzer
Manchmal wünscht man sich einige Sinne mehr, um Eindrücke noch intensiver erleben und fühlen zu können. Einen Sinn beispielsweise für Farben, der zum Sehen weitere Empfindungen vermittelt vielleicht Bewegung oder Klänge. Oder bei Musik einen Sensor, mit dem man sie körperlich fühlen kann - wie das Gefühl in ihr schwerelos zu treiben, ganz von ihr umgeben zu sein. Glücklicherweise gibt es die Fantasie, die diesen Mangel an Sinneseindrücken ergänzt, die Beschreibungen wie „im Glück baden“ Emotionen zuordnet, die jeder für sich mit den ihm eigenen Vorstellungen füllt.
Einem „Bad in Musik“ entsprach nämlich das Konzert in der Feuchter Reichswaldhalle mit der Pavel Sandorf Big Band (PSB), die hier schönste Titel vorbereitet hatte. „Pavel Sandorf Big Band goes Musical“ stand über diesem Abend, zu dem die Musiker in der zweiten Hälfte Sänger und Musicalstar Uli Scherbel präsentierten. Mit seiner Ausstrahlung, seinem Können und Charme bezauberte dieser nach der Pause alle in der Reichswaldhalle. Doch auch rein instrumental begeisterte die Big Band um Leiter Sandorf. Charmant und humorvoll führte Multiinstrumentalist Sandorf durch diesen Teil des Abends, erzählte Interessantes zu den einzelnen Liedern. Für ihn und die Big Band war es ein Heimspiel. Doch inzwischen ist sie weit über die Grenzen der Marktgemeinde hinaus bekannt, nicht zuletzt durch Sendungen des Bayerischen Rundfunks (Fastnacht in Franken) und als musikalische Begleitung von des Komikerduos Volker Heißmann und Martin Rassau.
 
Schon der Auftakt war ein absoluter Höhepunkt, dramatisch, spannend, bedrohlich, mit einer ins Ohr gehenden Melodie: das bekannte Thema aus „Phantom der Oper“. Mit ihr gab Sandorf die Richtung des Abends vor - Musik, die über ihr Musicalformat hinaus bekannt wurde. Manche Stücke veränderten sich in Richtung Jazz und zählen inzwischen zu Standards. Andere sind einfach zu schön, um sie nur im Musical - oder Film - zu hören, wie das schwärmerische Liebeslied „Maria“ aus „West Side Story“ oder „One“ aus „A Chorus Line“, die Musik des glitzernden Finales. Großartig und vielseitig arrangiert - die meisten Arrangements schrieb Sandorf selbst - boten die Stücke für jede Vorliebe etwas. Das reichte von Swing bis Ballade, vom beflügelten Klassiker wie „I get a kick out of you“ bis hin zum träumerisch-melancholischen „Send in the Clowns“. Dynamisch fein abgestimmt, mit Schwung, exakt, mitreißend und temperamentvoll interpretierte die PSB diese Musik. Dazu mischten sich die kreativen Soli der Bläser, von Saxophon bis Trompete, die einfühlsame Begleitung durch Bass, Schlagzeug und die E-Pianos. Gelegentlich fühlte man sich bei diesem vollen Klang an den Glanz und Zauber großer Galas erinnert. Zum Schwärmen ihre Version des bekannten „Somewhere over the Rainbow“ (aus der „Zauberer von Oz“), bei dem die Posaune sehr sanft und weich das Thema anspielte oder das an sich schon großartige „Aquarius“ (aus „Hair“).
 
Musik mit Charme - mit Uli Scherbel, einem gebürtigen Kronacher, stand in der zweiten Hälfte ein Sänger mit der PSB auf der Bühne, der mit seiner Stimme, seinem Können und seiner Ausstrahlung das Publikum im Nu für sich einnahm. Nach der gelungenen Premier in Kronach im Oktober, wo Uli Scherbel ein Solokonzert mit der PSB gab (Scherbeln bringen Glück), war es nun der zweite gemeinsame Abend. Für dieses Konzert vertauschte der Musicalstar kurz einmal Hamburg, wo er zurzeit auftritt, mit Feucht.
 
Schwungvoll führte er durch sein Programm, einfühlsam von der Bigband begleitet. Feucht könne stolz sein, so eine Band wie die PSB zu haben, sagte er. Obwohl höchst professionell, wirkte er dabei nie aufgesetzt, sondern natürlich und sehr sympathisch. Schöpfen kann er bei seinem Konzert aus dem Vollen, denn der Diplom-Musicaldarsteller sang und spielte schon viele Hauptrollen, beispielsweise in Musicals wie „Hair“, „Dracula“ oder „Ich war noch niemals in New York“. Es war ein Vergnügen Scherbel durch alle Lieder zu folgen, sei es das großartig gesungene „Goldfinger“, bekannt aus dem gleichnamigen James Bond Film, oder das berührende „Feeling good“. Mit seinen wechselnden Stimmungen, der typischen Klavierbegleitung und den kraftvollen Bläserpassagen konnte man Gänsehaut bekommen. Und nicht nur mit seiner Stimme macht er Musik. Gelegentlich zeigte er gekonnten Stepptanz, wobei die Füße den Rhythmus vorgaben. Natürlich durften hier Klassiker wie „Ein ehrenwertes Haus“ oder „Minni the Moocher“ (zum Mitsingen) nicht fehlen.

Ein rundum gelungener Musikabend, mit allem was dazu gehört: wunderbaren Melodien, schönsten Arrangements - und Künstler, die mit ihrem Können begeisterten. Standing Ovations.

Text und Fotos: Dorothée Krätzer





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