„Servus“ mit Schönstem aus 11 Programmen

24.01.2017

 „Servus“ mit Schönstem aus 11 Programmen
Bildquelle:
Dorothée Krätzer
Feuchter Neujahrskonzert das letzte Mal in dieser Form - Seit mehr als einem Jahrzehnt sind sie aus den Veranstaltungen zu Jahresbeginn in Feucht nicht fortzudenken - das „Dreamteam“ mit Sopranistin Christine Lehner-Belkaied, Tenor Richard Kindley und ihr „Mann für Alles außer Singen“ am Flügel, Pianist Paul Sturm. Doch nun geht diese Ära im 15ten Jahr zu Ende, denn Kindley verabschiedet sich von den Neujahrskonzerten. In Zusammenarbeit mit dem Kulturkreis Markt Feucht luden die drei Künstler, leider nun zum letzten Mal in dieser Besetzung, zu einem Wiederhören bezaubernder Melodien quer durch alle Genres ein.
Im Atrium des Rathauses hatten sie als Dankeschön an ihr treues Publikum mit einem „Best of“ die Höhepunkte aus früheren Programmen ausgewählt. 2002 war mit der Einweihung des Atriums die Tradition dieser Konzerte angelaufen. Zu viert hatten sie damals zwei Operngalas - „Die Fledermaus“ und danach das „Land des Lächelns“ - inszeniert. Danach entwickelte Lehner-Belkaied das eigene Konzept mit Kampf der Geschlechter, Liebeleien, Seitensprüngen oder Rollentausch. „Geschichten“ nannte sie diese, die sich immer um die Beziehung von Mann und Frau drehten, sei es in der Zeit der ersten Verliebtheit, der Krisen in der Ehe oder im Alter der Rückblick auf das gemeinsame Leben.

Bei einem „Best of“ einfach Musik aneinander reihen, das liegt der versierten Sängerin und erfahrenen Entertainerin auch in der letzten Veranstaltung gar nicht. Sie, die für jedes Programm die Rahmenhandlung konzipierte, die die passenden Lieder auswählte und viel amüsante Bonmots zu Mann und Frau einflocht, hatte auch diesmal einen kleinen roten Faden gefunden. In Anlehnung an die erste Geschichte („Niemand liebt dich so wie ich“) führte „Susi“, bekannt aus der TV-Flirtshow „Herzblatt“ durch den Abend. „Zusammenfassung von Susi“ lautete der Titel diesmal. Stichworte wie „Superheld“, „Mut“ und „Body-Mass-Index“ - Eigenschaften für eine gute Partnerschaft - begleiteten das Neujahrskonzert und gaben die Inhalte vor.

Mit einem Klavierstück übernahm Paul Sturm wie immer den Anfang. Es schwinge etwas Wehmut bei dieser Vorstellung mit, sagte er und hatte deshalb den, gar nicht so traurig klingenden, schwungvollen Abschiedswalzer in As-Dur von Frederic Chopin ausgewählt. So eingestimmt nahm der Abend in beliebter und bewährter Manier Fahrt auf. Alle räumlichen Gegebenheiten nutzend, im fliegenden Wechsel die Rollen und Kostüme tauschend, mit einfachsten Mitteln jeweils andere Situationen schaffend und dazu noch die Stücke ausdrucksvoll und meisterhaft interpretierend - so kennt und liebt man die drei. Quer durch die Musik und Länder geht es dabei, von Oper zu Couplet, von Franken nach Venedig und USA. Mit dem großartigen „Ja das alles auf Ehr“ (Zigeunerbaron) stellte Kindley gleich den Mann von Welt vor, dem Nashörner die Wange streicheln und der zur Verdauung dutzendweise Messer schluckt. Liebeserklärungen waren 2007 das Thema gewesen und mit dem gefühlvoll-romantischen „Night of a Thousand Stars“ (aus dem Musical „Evita“) erinnerte Kindley daran. „Ich bin verliebt“ (aus „Clivia“) lautete Lehner-Belkaieds nicht weniger schwärmerische Antwort. Großartig gesungen folgten die beliebten Arien, Duette und Lieder aufeinander, unterbrochen nur von kurzen Überleitungen. Robert Stolz‘ „Auf der Heide blüh’n die letzten Rosen“ zählte dazu, ebenso „I wanna be loved by you“ und „Freunde, das Leben ist lebenswert“. Es schien, als wollte das Trio mit seiner Kunst den Abschied so schwer wie möglich machen, um mit diesem glanzvollen Abend für immer in Erinnerung zu bleiben.

Er sei sehr dankbar für diese wundervolle Zeit, sagt Kindley, doch alles habe seine Zeit. Neben seinem Engagement an der Oper Nürnberg sei ihm der zusätzliche intensive Aufwand zu viel geworden. Mehr Zeit für die Familie und Enkel möchte er nun haben, wobei er sicher ist, die Neujahrskonzerte und die Zuschauer in Feucht zu vermissen.

Stehend applaudierte sie diesen drei Künstlern, dankte ihnen für die vielen Stunden schönster Musik, die diese mit großem Können, Witz, Einsatz und Kreativität gesungen und gespielt hatten.

Text und Fotos: Dorothée Krätzer


Nach elf „Geschichten“ endete jetzt mit einem „Best of“ die Reihe der Neujahrskonzerte mit den langjährigen Bühnen-Paar Richard Kindley (Tenor) und Christine Lehner-Belkaied (Sopran)


Pianist Paul Sturm, Sopranistin Christine Lehner-Belkaied (Konzeption) und Tenor Richard Kindley beim Schlussapplaus

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