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14 - Samurai in der Schwabacher Straße

14 - Samurai in der Schwabacher Straße
Bildquelle:
AKC
Der Samurai in der Schwabacher Straße wurde von Gregor Hiltner geschaffen und als Symbol für eine gelungende Partnerschaft zwischen den Leutschach, Crottendorf und Feucht in allen Gemeinden aufgestellt.
Gregor Hiltner hat bei der Einweihung der Skulptur am 30.06.2005 eine humorvoll Rede gehalten:

"Mitte März rief mich der Architekt Herr Fischer an und fragte bei mir an:
Es gäbe ein Jubiläum der Städtepartnerschaften von Feucht mit Leutschach und Feucht mit Crottendorf und die Gemeinde wollte aus diesem Anlass ein Gastgeschenk überreichen. Man denke an eine Bronzeplatte oder dergleichen, die dann in den Partnergemeinden irgendwo eingelassen oder angebracht werden sollte.
Ob ich so was machen könnte oder überhaupt wollte!
Bronzeplatte - die Nackenhaare stellen sich mir noch heute hoch.
Ich erklärte, dass ich überhaupt nichts davon halte, überflüssige Dinge herzustellen, die eigentlich keiner braucht, die man nicht einmal weiterverschenken kann wie ein unliebsames Geburtstagsgeschenk und das obendrein am Tag der Fertigstellung bereits absolut wertlos ist.
Ich erkundigte mich nach dem Budget und das war zugegebenermaßen das kleinste von dem ich je gehört hatte.
Aber ich stellte in Aussicht, dass man dennoch mit einer gemeinsamen Anstrengung etwas Sinnvolles auf die Beine stellen können müsste.
Schon Tage später besuchten mich der Bürgermeister Herr Rupprecht, der Architekt Herr Fischer, Frau Nürnberger und Herr Beran von der Gemeinde in meinem Atelier in Hahnhof.
In meinem Atelier standen noch Modelle und Vorarbeiten zu einer Skulptur herum, die ich vor Jahren für die Commerzbank in Frankfurt, Frankfurts höchsten Wolkenkratzer, geplant hatte. Sie sollte damals 18 Meter hoch werden und ich hatte schon die Zusage in der Tasche, als die Bank plötzlich ins Trudeln kam und ihr Börsenkurs ins Bodenlose fiel. In einer solchen Situation gibt natürlich keiner mehr Kunst in dieser Größenordnung in Auftrag. Künstlerpech.
Der kleinen Abordnung der Gemeinde machte ich den Vorschlag, eine modifizierte, vereinfachte, kleine Version einer dieser Entwürfe könnte ich mir als Skulptur für die Gemeinde gut vorstellen. Wenn die Gemeinde das Material besorgt, Handwerker vom Bauhof mit Hand anlegen und wenn wir das Ganze drei mal fast gleich machen, und eine Skulptur für Feucht schaffen, neben den zwei Skulpturen für die Partnergemeinden, schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe.
1. Wie könnte man die Partneridee besser vermitteln als durch die Tatsache, dass in jeder Partnergemeinde die gleiche Skulptur steht. Das ist ja fast wie Eheringe.
2. Bekommt das Ganze ein Volumen, in dem man effektiv arbeiten und etwas realisieren kann, was normaler-weise sehr viel Aufwand an Zeit und Mittel kostet.
Während der extrem kurzen Planung ist die Skulptur auch noch um ein Drittel gewachsen – klar – Sachzwänge. Wer möchte schon, dass ein gelegentlicher Fahrradfahrer sich an der langen Stange ein Auge aussticht?
Und schon waren wir bei über drei Meter Höhe.
Kurzum, alle haben zusammengewirkt, der Bürgermeister hat seine Begeisterung durch einen beherzten prompten Zuschlag ausgedrückt, der Architekt Fischer hat die Pläne für die lasergeschnittenen Stahlteile ange-fertigt und die Statik berechnet, die Öffentlichkeitsarbeit in die Hand genommen.
Herr Beran hat alles in Auftrag gegeben.
Herr Schlierf vom Bauhof war mir in jeder Hinsicht sehr hilfsbereit zur Seite gestanden.
Mit Herrn Hofbeck vom Bauhof habe ich die Teile zu einer Skulptur zusammengebaut, flink hat er dabei auch alle Schweißarbeiten durchgeführt.
Ich habe schließlich die Skulpturen mit Lackfarbe bemalt und das alles passierte in nur vier Wochen, und wer Entscheidungs- und Produktionsprozesse in Städten und Gemeinden kennt, muss zugeben, dass sich das wahr-lich sehen lassen kann, sogar weltmeisterschaftsverdächtig ist.
Die Farbe war noch nicht trocken, als eine der Skulpturen auf der Jubiläumsfeier vorgestellt wurde.
Eine so gute Zusammenarbeit ist alles andere als selbstverständlich und für diese Zusammenarbeit möchte ich mich bei allen Beteiligten herzlich bedanken.
Es zeigt sich wieder mal, dass, wenn alle an einem Strang ziehen, schwierige Aufgaben mitunter spielerisch gelöst werden können. Und das gilt nicht nur für die Kunst.
Mir hat es Spaß gemacht.
Und es ist mir eine Ehre, hier an meinem Wohnort eine Skulptur von mir, den Samurai, im öffentlichen Raum zu wissen, an einer Stelle, an der ich jeden zweiten Tag vorbeifahre.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit."
     
Weitere Informationen zu Gregor Hiltner: www.gregorhiltner.com (ext.)


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