Barockes mit Holz und Blech - Nürnberger Goldbach-Ensemble spielte in St. Jakob

13.10.2015

Barockes mit Holz und Blech - Nürnberger Goldbach-Ensemble spielte in St. Jakob
Bildquelle:
Dorothée Krätzer
Das Nürnberger Goldbach-Ensemble ist inzwischen in Feucht ein fester Bestandteil des Kulturlebens, machte sich hier mit seinen eindrucksvollen Konzerten in Kirche, Barockgarten und Rathaus einen Namen. Neben dem Können der Ensemblemitglieder - alles Hobbymusiker - prägen die Gastspiele vor allem das immer interessante Programm.
Beim Konzert in der gut besuchten Feuchter Kirche St. Jakob stand jetzt wieder Barockmusik im Mittelpunkt, dazu drei sehr unterschiedliche Instrumente.

Mit Musik aus der Barockzeit verbindet man Begriffe wie Prachtentfaltung, glänzend, üppig und diese Erwartungen erfüllten die, von Ensembleleiter Lukas Meuli ausgewählten Komponisten Georg Philipp Telemann und Gottfried Finger. Doch würde man bei diesem Hintergrund an eine Blockflöte als Soloinstrument denken? Einer seiner ehemaligen Professoren hätte Blockflöte als „pädagogisches Notholz“ bezeichnet, sagte Meuli, doch damit habe Telemanns Suite in a-Moll (TWV 55:a2) nichts gemein. Darin entfaltet der vielseitige Komponist einen seiner farbenprächtigen Musikteppiche. In dessen Zentrum stellt er die Blockflöte, begleitet von Streichern und Basso continuo. Großartig, was die junge Flötistin Franziska Schreyer, sicher und ausdrucksstark begleitet von Axel Stutz und Magdalena Büttner (Violine), Gottfried Büttner (Viola), Andrea Herzog (Violoncello), Frank M. Ermer (Kontrabass) hören ließ. Temperamentvoll, nuancenreich, souverän und klar meisterte sie diese anspruchsvolle Suite. Angefangen von den gemessenen, abgezirkelten Themen der Ouvertüre über die frischen, heiteren Sequenzen des Menuettes, im Rhythmus gehalten wie kleine Hüpfer. Temperamentvolle Läufe, Intervalle, dazwischen Triller ergänzten das komplexe Klangbild - eine große Leistung für die junge Künstlerin.

Seit 2007 spielt das Goldbach-Ensemble inzwischen zusammen, möchte neben der Barockmusik Schätze des in Vergessenheit geratenen Komponisten Gottfried Finger (1660 - 1730) wieder zu Gehör bringen. Zusätzlich bieten sie jungen Musikern die Chance, Konzerterfahrung zu sammeln. So folgte nach der Blockflöte mit der Sonata a 5 ein Werk von Finger für Streicher, Fagott (Michaela Mönikes) und Oboe (Martin Hörlbacher). Eindrucksvoll, mit schönen musikalischen Motiven komponierte Finger hier eine kurze Sonate, der Hörlbacher mit seinem Spiel Anmut und Tiefe verlieh.

Ein aufgrund seiner besonderen Besetzung wenig gespieltes Werk bildete den Schluss des Programms: Telemanns „Alster Ouverture“ (TWV 5:F11), bei der zusätzlich zu Streichern, Oboen und Fagott vier Hörner mitwirkten. Bunt mischt hier der Komponist Alster und Hamburgisches Glockenspiel mit griechischen Mythengestalten und Tiermotiven, lässt beispielsweise humorvoll Krähen und Frösche in musikalischen Wettstreit treten.

Begeisterter Applaus für diese barocken Kunstwerke und großartige Darbietung gab’s vom Publikum, das sich erst nach zwei Zugaben zufrieden gab.

Text und Foto: Dorothée Krätzer

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