Noch einmal erleben - Dorit Gäbler mit Knef-Abend im Bernstein

13.10.2015

Noch einmal erleben - Dorit Gäbler mit Knef-Abend im Bernstein
Bildquelle:
Dorothée Krätzer
Die Namen schwirren durch den Raum - Wolfgang Liebenheimer, Else Bongers, Ewald von Demandowsky, UfA, Victor de Kowa, Boleslaw Barlog, Wolfgang Staudte, Marlene Dietrich, Hans Albers, Erich Pommer - bekannte Namen einer vergangenen Zeit. Namen, die für großes Kino standen, für Filmemacher, Regisseure, Theater und Schauspieler. Noch einer gehört in diese Aufzählung: Hildegard Knef.
Das abenteuerliche Leben dieser Berliner Schauspielerin, Autorin, Dichterin und Chansonsängerin mit seinen Höhen und Tiefen, die Triumpfe und Skandale, Liebesgeschichten, Niederschläge und Krankheit fasste Schauspielerin Dorit Gäbler in einem abendfüllenden Porträt zusammen. Mit ihm war sie jetzt wieder einmal in Feucht zu Gast - auf Einladung des Kulturkreises Feucht in Zusammenarbeit mit dem Themenkunstverein. Im ausverkauften Kunstcafé Bernstein erlebten die Gäste einen spritzigen, informativen und kurzweiligen Abend mit zwei eindrucksvollen Künstlerinnen: Gäbler und Knef.

Ein musikalisches Porträt nennt Gäbler, selbst Schauspielerin, Chansonsängerin und Entertainerin aus Plauen, ihr Programm. „Singen ist Nummer eins“, sagt sie und schon erklingen im Halbplayback Knefs bekannte Lieder wie „Eins und eins, das mach zwei“ oder „Du bist mein Salz in der Suppe“ - großartig gesungen und interpretiert, mit genau dem richtigen Gespür für das Original. Wie bei einer Zeitreise fühlt man sich, denn die Schauspielerin entführt einmal in das Berlin um 1944, dann nach Hollywood mit seinen Stars, später zurück ins Deutschland der Aufbaujahre. Jeweils zur Vita Knefs hat sie passende Lieder und Texte aus deren Schaffen herausgesucht, kombiniert beispielsweise zur Geschichte über die „Besetzungscouch“ das Lied „Der graue Wolf“, oder zur Anekdote mit Hans Albers „Good bye, Johnny“.

Mit viel Begeisterung, Schwung und einer Stimme, die Knefs, laut Ella Fitzgerald „die beste Sängerin ohne Stimme“, um einiges übertrifft, zeichnet Gäbler das überaus positive Bild der ehrgeizigen, willensstarken und eigenwilligen Künstlerin mit dem großen Herzen und Berliner Humor, die sich durch keinen Tiefschlag des Lebens entmutigen ließ. Vieles beruht wohl auf Knefs Autobiografie „Der geschenkte Gaul“, in der diese ein etwas gefärbtes und nicht unumstrittenes, romanhaftes Bild von sich selbst zeichnet. Doch diese Zwischentöne bleiben beim musikalischen Porträt draußen, dürfen nicht das glänzende Bild der schillernden Diva trüben, die „immer wieder strahlend aufgestanden ist“. So konnte man sich über großartige Chansons und Gedichte freuen, über Erinnerungen an Filme und damit Ausschnitte an Zeitgeschichte, die viele Besucher selbst miterlebt hatten. Inklusive eines kleinen Rosenregens bei „Für mich soll’s rote Rosen regnen“.

Text und Foto: Dorothée Krätzer
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