Barockes Sonntagskonzert in der Kirche St. Jakob

15.03.2013

Barockes Sonntagskonzert in der Kirche St. Jakob
Im Rahmen des Kulturkreises des Marktes Feucht standen beim diesjährigen Konzert des Goldbach-Ensembles, das heuer schon zum dritten Mal in Feucht zu hören war, Werke von Gottfried Finger und Johann Sebastian Bach auf dem Programm.
Pfarrer Thie begrüßte die Musiker und Gäste und hieß diese herzlich willkommen.

Während Gottfried Finger eher Insidern bekannt ist, gehört J.S. Bach zu den bekanntesten und einflussreichsten Komponisten klassischer Musik überhaupt. Gleichwohl stellte Fingers Suite in F-Dur für 3 Oboen, Fagott und Streicher einen würdigen Beginn für die „festliche Mittagsmusik“ in der St. Jakobskirche dar. Vor allem im zweiten Satz (Rondeau) konnten die Zuhörer einen wunderbaren Eindruck vom Klang der Holzblasinstrumente - Oboen und Fagott - im Wechselspiel mit den Tuttipassagen gewinnen. Auffallend waren im Streichersatz - neben den üblichen Stimmen für zwei Geigen, Violoncello und Kontrabass - zwei Bratschenstimmen, wobei man vermuten kann, dass Finger dafür zwei Gamben eingesetzt hat.

Der doch eher wuchtig besetzten Suite von Finger folgte ein von der kompositorischen Anlage durchsichtiger strukturiertes Solokonzert von J. S. Bach: das Konzert für Oboe d´amore, Streicher und Basso continuo in A-Dur, von Bach selbst umgearbeitet nach seinem Cembalokonzert BWV 1055. Vor allem der fröhliche und gefällige letzte Satz (Allegro ma non tanto) korrespondierte sehr schön mit dem Licht, das die zaghafte Märzsonne in die Kirche zauberte.

Als Bach im März 1721 seine sechs Concerts avec plusieurs instruments dem Markgrafen von Brandenburg widmete, stand er bei Fürst Leopold von Anhalt-Köthen in Diensten, der eine hervorragend ausgebildete Hofkapelle unterhielt. Im Brandenburgischen Konzert Nr. 1 in F-Dur, das den Abschluss und beeindruckenden Höhepunkt des Konzerts bildete, steht eine Sologruppe, bestehend aus zwei Hörnern, drei Oboen, Fagott und Piccolovioline einer Begleitgruppe (sog. Ripieno) aus zwei Violinen, Bratsche und Basso continuo gegenüber. Das Goldbach-Ensemble stellte sich beherzt der anspruchsvollen Partitur und Dirigent Lukas Meuli führte seine Musiker sicher über so manche Untiefen. Das Publikum, das mit Wohlwollen und großer Aufmerksamkeit dem Vortrag folgte, wurde mit einer Interpretation belohnt, die in dieser Qualität für ein Ensemble, das zum allergrößten Teil aus Laienmusikern besteht, nicht selbstverständlich ist.

Das Fazit nach einer guten Stunde festlicher Barockmusik in der ev. Kirche St. Jakob:
Freundlicher und ehrlicher Applaus durch ein sehr aufmerksames, interessiertes Publikum, ein beachtliches musikalisches Niveau, vor allem angesichts des jugendlichen Alters der Solisten, und der Wunsch, das Goldbach-Ensemble wieder einmal in der St. Jakobskirche in Feucht hören zu können, vielleicht dann in den frühen Abendstunden.
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