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Seniorenkonzept für den Markt Feucht – Fortschreibung eines Gutachtens im Jahr 2011

05.07.2010

Seniorenkonzept für den Markt Feucht – Fortschreibung eines Gutachtens im Jahr 2011
In einer Sondersitzung am 17. Juni 2010 beschäftigte sich der Marktgemeinderat mit dem Thema „Seniorenkonzept für den Markt Feucht“, da in den vergangenen Wochen und Monaten mehrfach Investoren Interesse daran geäußert hatten, in Feucht ein Pflegeheim zu errichten.
Die Altenhilfe gilt als eine Pflichtaufgabe des Landkreises. Die Uni Bamberg ermittelte in Zusammenarbeit mit dem MODUS-Institut für angewandte Wirtschafts- und Sozialforschung, Bamberg , die Situation der Lebenswirklichkeit von Senioren in einer Studie und fasste die Ergebnisse in einem Gutachten zusammen. Die letzte Fortschreibung mit Bestandszahlen vom 31. Dezember 2004 wurde 2006 vorgelegt. Eine weitere Fortschreibung liegt noch nicht vor, diese ist für 2011 geplant. Die Studie enthält ausführliche Erhebungen zum Bestand der ambulanten, der teil- und der vollstationären Pflege sowie der „offenen Altenhilfe“. Sie verknüpft diese mit der demographischen Entwicklung und ermittelt so den Bedarf für die drei gebildeten Versorgungsregionen Süd, Ost und West des Landkreises Nürnberger Land. Dabei umfasst die Region Süd die Gemeinden Feucht, Altdorf, Winkelhaid, Burgthann, Leinburg und Schwarzenbruck.

Die Studie kam unter anderem zu dem Ergebnis, dass unter den ambulant betreuten Senioren die Zahl der Altenhaushalte im Landkreis von 1998 bis 2004 von 24,7 % auf 31,5 % gestiegen ist. Dagegen sank die Zahl von Mehrgenerationenhaushalten im gleichen Zeitraum von 32,5 % auf 19,8 %.
Diese Entwicklung hat erhebliche Auswirkungen auf die Arbeit der ambulanten Pflegedienste, da die Betreuungsintensität im Zeitraum deutlich hö-her wurde. So stieg die Zahl der Betreuten, die einmal täglich Betreuung nötig haben, von 24,7 % auf 38,7 %, die Zahl derjenigen, die mehrmals täglich betreut werden müssen, sogar von 19,1 % auf 34,4%.

Ein wichtiges Kriterium, um die Versorgungssituation in einem Bereich darzustellen, ist die Quote der Vollzeitpflegefachkräfte je Einwohner ab 65 Jahren. Im Bereich Süd liegt die ambulante Versorgungsquote mit 3,3 deutlich unter dem Landkreisschnitt von 4,0. Auch der geschätzte Bedarf an Pflegefachkräften liegt für die kommenden Jahre im Landkreissüden deutlich höher als der Bestand an Pflegekräften.
Das Verhältnis zwischen Bestand und Bedarf an Tagespflegeplätze in der Versorgung der Region Süd dagegen kann als problematisch bezeichnet werden. So steht einem Mindestbedarf von sieben und einem Maximalbedarf von 16 Plätzen derzeit ein Bestand von null Plätzen gegenüber.

Eine ebenfalls problematische Situation ergibt sich für den Bereich der Kurzzeitpflege. Die Mehrzahl der Kurzzeitpflegeplätze steht in den Pflegeheimen nur als „eingestreute“ Plätze zur Verfügung. Darunter sind solche Plätze zu verstehen, die nur angeboten werden, wenn stationäre Pflegeplätze frei sind. Da die Verfügbarkeit naturgemäß schwankt, stehen diese nicht immer zur Verfügung.

Dagegen besteht nach Auffassung der Verfasser des MODUS-Gutachtens im Bereich der stationären Pflege im Landkreis Süd eine deutliche Über-versorgung mit zum Zeitpunkt der Erhebung 786 Betten.
Der regionale Versorgungsbedarf lag 2004 im Süden zwischen 367 und 479 Betten, selbst bei der Langfristprognose bis 2015 lag der Maximalbedarf nur bei 575 Betten. Obwohl nach Angaben der AHIS-Börse die Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze zwischenzeitlich auf 692 gesunken ist, liegt der Bestand nach wie vor deutlich über dem prognostizierten Bereich in der Versorgungsregion Süd.

Allerdings befinden sich die acht Häuser mit stationärer Pflege in Schwarzenbruck – einschließlich Rummelsberg – mit 284 Plätzen, Winkelhaid mit 94 Plätzen, Altdorf mit 189 Plätzen und Burgthann-Mimberg mit 125 Plätzen, in Feucht selbst gibt es keine entsprechende Einrichtungen.

Für den Markt Feucht ergibt sich nach den Versorgungsrichtwerten für 2010 ein theoretischer Bedarf von rund 100 vollstationären Pflegeplätzen. Allerdings ist davon auszugehen, dass für die meisten voll pflegebedürftigen Menschen in den Nachbargemeinden ausreichend Pflegebetten zur Verfügung stehen.
Hinsichtlich der Kurzzeitpflegeplätze ergibt sich für den Markt Feucht ein Bedarf von geschätzten fünf bis acht Kurzzeitpflegeplätzen. Hier steht derzeit kein anerkanntes Angebot zur Verfügung.
Im Bereich der Tagespflege benötigt der Markt Feucht nach der Hochrechnung theoretisch zwei bis fünf Plätze. Hierfür gibt es derzeit kein Angebot. Diese geschätzten Zahlen zur Veranschaulichung der Situation in Feucht bieten jedoch lediglich einen ungefähren Richtwert und können keinen gutachterlich unterlegten Aussagewert besitzen.

„Derzeit stellt der Markt Feucht für geringverdienende Senioren die so genannten Altengerechten Wohnungen im Heinrich-Schoberth-Weg 3 zur Verfügung“, erläuterte der Leiter des Feuchter Hauptamtes, Jürgen Meyer. „Diese wurden im Jahr 1982 errichtet und bezugsfertig. Im Gebäude befinden sich derzeit 18 Mietwohnungen mit einer Größe von 43,5 bis 74,9 Quadratmetern. Die Belegungssituation ist seit Jahren sehr gut, die Leerstandsquote sehr gering. Zum Substanzerhalt und zur Minderung der Betriebskosten sind allerdings eine energetische Sanierung sowie Maßnahmen zum Brandschutz erforderlich.“
Im Bereich der ambulanten Pflege bieten in Feucht die Diakoniestation und die Caritas-Sozialstation ihre Hilfe an. Im Seniorenzentrum Am Zeidlerschloss, das von der Zentralen Diakoniestation im Dekanat Altdorf betrieben wird, sind von 49 Wohnungen derzeit 42 belegt (verkauft oder vermietet). In der Anlage, die als betreutes Wohnen betrieben wird, können Pflegemaßnahmen durch ambulante Pflegedienste bis einschließlich Pflegestufe 3 in den eigenen vier Wänden durchgeführt werden. Zudem gibt es eine Demenzwohngruppe mit neun Betten in der Villa „Am Eichenhain“.

„Zusammenfassend bedeutet dies, dass allein für den Markt Feucht ein Bedarf von rund 100 vollstationären Pflegeplätzen nachweisbar wäre, allerdings in den Nachbargemeinden ein Überangebot an Plätzen für diese Zielgruppe vorhanden ist. Die Etablierung einer weiteren Einrichtung könnte zur Konkurrenz mit den bereits vorhandenen benachbarten Einrichtungen führen, die ihr Angebot bisher ja auch den Feuchter Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stellen“, bemerkte Erster Bürgermeister Rupprecht. Er wies zudem darauf hin, dass der Marktgemeinderat diese Faktoren in seinen Abwägungen mit berücksichtigen wird.

Photo: Michael Zuber
Das Bild entstand im Rahmen des Ortsmarketing-Prozesses
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