Geschichte zum Wappen

Vorlage für das Feuchter Wappen war das Relief über dem Eingang des Zeidlerschlosses.

Am 12. Feb. 1921 beantragte der Markt Feucht ein Wappen. Dazu wurde der Gutachter Friedrich Stoer bestellt, der einen ausführlichen Vorschlag hinterließ. Der Rechtsrat a. D. Th. Friedrich Stoer wies auf die Verbindung der Zeidler und Feucht hin, die den gewünschten Zeidler als Wappen in besonderer Weise als gerechtfertigt erscheinen erscheinen lässt. Feucht wurde schon im Jahre 1350 das Zeidelprivileg von Kaiser Karl IV. verliehen und die Zeidler und der Zeidelmeister besaßen schon 1296 eine eigene Gerichtszuständigkeit. Das in Stein gehauene Zeidelmännchen über dem Eingang des Zeidlerschlosses weist wohl auf den Ort hin, wo lange Zeit das Zeidelgericht tagte.

Da ein Wappen von Feucht weder von einem Adelsgeschlecht noch vom Ort her nachzuweisen war, hatte man das Problem, die Farben des Wappens festzulegen. Der Vorschlag ist in dem Gutachten nachzulesen.



Der Vorschlag wurde jedoch vom Allgemeinen Reichsarchiv abgelehnt, stattdessen wurde ein einfacher Bienenkorb vorgeschlagen.

Das Staatsministerium des Innern empfahl daraufhin der Gemeinde von dem Antrag auf ein Wappen abzusehen.



Ein ergänzendes Gutachten vom September 1921 und ein längerer Schriftverkehr über genaue Ausführung und Farbgestaltung führte dann im August 1922 dazu, dass das Staatsministerium des Innern das Wappen mit dem Zeidlerschützen genehmigte, obwohl der Gemeinderat im zweiten Antrag nur die einfachere Ausführung beantragt hatte. Der Architekt und Kunstmaler Ferdinand Corell brachte das dann gültige Wappen zu Papier.



In einem nachträglichen Schriftverkehr kam es noch zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Gutachter und der Gemeinde über die Urheberrechte des Gutachtens. Friedrich Stoer reagierte äußerst ungehalten. Erst im Jahre 1933 erfuhr Friedrich Stoer Genugtuung durch die Feuchter Gemeinde. Ihm wurde die Ehrenbürgerwürde verliehen und zu seinem Andenken eine Gedenkmünze herausgegeben und eine Straße nach ihm benannt: die „Friedrich-Stoer-Straße“.



Im Krieg sind beim Markt Feucht und dem Bayerischen Staatsministerium des Innern, als auch bei der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns sämtliche Genehmigungsunterlagen vernichtet worden. Dies hat dazu geführt, dass bald mehrere Ausführungen des Feuchter Wappens im Umlauf waren. Der Markt Feucht hat deshalb im Jahre 1999 die Dipl.-Grafik-Desig-nerin (FH) Birgitta Zaremba beauftragt, das Wappen zu überarbeiten. Das Wappen sollte dabei
• in seinen Grundzügen (Entwurf Friedrich Stoer) erhalten bleiben, wobei den neuesten Ergebnissen der geschichtlichen Nachforschungen Rechnung getragen werden sollte,
• auch in der modernen Technik verwendbar sein,
• klare Strukturen haben und so einfach sein, dass
• es auch in der Verkleinerung im Dienstsiegel noch klar wirkt,
• eine klare Farbbeschreibung (nach RAL) haben.

Quellen: Das Ortswappen von Feucht bei Nürnberg von Th. Friedrich Stoer, Rechtsrat a.D. in Nürnberg, 1925



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