2 - Zeidlerschloss

Der Besitz um das heute so genannte Zeidlerschloss wurde 1427 als „Kartäuserweiher“ zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der Nürnberger Patrizier Burghard Peßler erhielt das Anwesen von Kaiser Sigismund als Lehen und erbaute dort inmitten des Weihers einen Herrensitz – das „Haus im Weiher“. Durch den Verkauf an die Nürnberger Patrizierfamilie Harsdörffer im Jahre 1503 ist erstmals die Bedeutung des Schlosses dokumentiert. Zum Zeidlerschloss gehörten zwei Zeidelgüter, was darauf hindeutet, dass es einst das Zentrum der Waldbienenhaltung und Honiggewinnung in der Region um Feucht war.

Nach der Zerstörung Feuchts im Landshuter Erbfolgekrieg wurde der Herrensitz wieder aufgebaut, doch wenig später, 1552/53 im zweiten Markgrafenkrieg, brannte es erneut völlig nieder. Das Schloss in seiner heutigen Erscheinung als Turmbau wurde nach 1556 von dem Nürnberger Ratskonsulenten Dr. Christoph Gugel errichtet, der das Anwesen vom Rat der Stadt Nürnberg geschenkt bekommen hatte mit der Auflage, das Gebäude wieder aufzubauen und instand zu halten. Gugel ließ unter anderem das Relief des Zeidlers über dem Eingang anbringen, das im 20. Jahrhundert als Vorlage für das heutige Wappen des Marktes Feucht diente.

Vom 16. Jahrhundert bis zum Ende der reichsstädtischen Zeit 1806 wechselte der ursprünglich umfangreiche und wohlgeordnete Komplex insgesamt 28 Mal den Besitzer. Die Gründe dafür liegen wohl vor allem in Reibereien zwischen den Zeidlern und den Schlossbesitzern. Die Zeidler bildeten seit dem 13. Jahrhundert einen niederen Waldbeamtenstand mit eigener Gerichtsbarkeit und traten gegenüber den Grundherren entsprechend selbstbewusst auf. Ihre Rechte und Pflichten sind im Zeidlerprivileg Kaiser Karls IV. aus dem Jahre 1350 niedergelegt.

Heute wird das Schloss vom Markt Feucht für Feiern und andere Veranstaltungen genutzt und auch vermietet. Der Garten dient im Sommer als besonderer Rahmen für die unterschiedlichsten Feste. Seit April 1996 ziert ein Klapotetz, eine im südsteirischen Weinland verbreitete Vogelscheuche in Form eines Windrades, den Garten des Schlosses und schlägt eine Brücke zur Partnergemeinde Leutschach in der Steiermark.


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