8 - Tucherschloss und Barockgarten

Das Tucherschloss in seiner heutigen Form entstand 1590/91 aus einem der drei ehemaligen Herrensitze Nürnberger Patrizier in Feucht. Herdegen lV. Tucher erwarb das ursprüngliche Zeidelgut und machte einen Herrensitz daraus. Zum Gut gehörte auch das unmittelbar gegenüberliegende Bauerngütlein des Konrad Wolff, das er nur unter der Bedingung bekam, dass es ein Bauerngut bleibt. Der Besitz durfte nicht veräußert werden, sondern wurde auf Lebzeit an ein Mitglied der sogenannten Älteren Linie seiner Familie vererbt. Das Schloss wurde zunächst als Altersruhesitz genutzt.

Zum Schlossbereich gehörten ein eingeschossiges Beständnerhaus mit Wohnung und ein weiteres an der Straße mit angebautem Stall. Der Beständner, also der Pächter, war zugleich Vogelfänger, der mit Fallen und Netzen Vögel fing, um sie entweder zu verkaufen oder abzurichten.

Das Anwesen umfasste außerdem einen großen und einen kleinen Schlossgarten mit Sommerlaube, Gärtnerhaus und mehreren Feldern. Das kunstvoll angelegte „Lustgärtlein“ bot den schön gestalteten Rahmen für die Sommeraufenthalte der Familie Tucher. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde der Garten zum Barockgarten umgestaltet. Als Herdegen lV. Tucher im Jahre 1614 kinderlos starb, ging der Besitz wie vorgeschrieben an Mitglieder der Älteren Linie seiner Familie über. Der letzte Schlossherr, Jakob Gottlieb Friedrich Freiherr von Tucher, lebte weit über seine Verhältnisse. Mit der Folge, dass das gesamte Anwesen im Jahre 1833 versteigert werden musste.

Während des Dreißigjährigen Krieges kam es zwischen 1626 und 1634 häufig zu Einquartierungen im Schloss, wodurch viel zerstört wurde. Im 19. Jahrhundert wurden die vier charakteristischen erkerähnlichen Eckaufbauten beseitigt. Seit 1908 wechselte das Schloss mehrfach seine Besitzer und diente als Gaststätte. Im September 1990 erwarb der Architekt Fred Brunner gemeinsam mit seinem damaligen Partner Gustav Dürler und dem Kaufmann Hans Ruedi Kautz aus der Schweiz den mittlerweile baufälligen Herrensitz und setzte ihn denkmalgerecht wieder instand. Dabei wurden die vier Ecktürme rekonstruiert. Sowohl das Gärtner als auch das Sommerhaus sind heute noch erhalten. Ein Schmuckstück geworden ist der sanierte Barockgarten mit Hainbuchenhecken, Buchsbäumen und Holzbänken.


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