6 - Pfinzingschloss

Das Pfinzingschloss wurde vermutlich in seiner Grundanlage als Wehrbau mit Wassergraben bereits um 1460 von Hans Waldstromer beziehungsweise Ludwig Pfinzing auf dem Grund der Familie seiner Ehefrau Ursula Waldstromer errichtet. Wahrscheinlich ist die Tatsache, dass der Gebäudekomplex zumindest von Ludwig Pfinzing vollendet wurde. 1562 wurde das Schloss in seiner heutigen Form von der Patrizierfamilie Georg Tetzel errichtet, nachdem es im zweiten Markgrafenkrieg 1552 niedergebrannt war. Auf ihn und seine beiden Ehefrauen bezieht sich das Tetzelwappen über dem Hauptportal in der Halle. Es ist ein so genanntes Allianzwappen und zeigt die Verbindung der Familien v.Tetzel, v. Fütterer und v. Pfinzing. Auch ist die Jahreszahl 1568 angebracht, welche die Fertigstellung der Baumaßnahme dokumentieren dürfte. 1585 verkaufte Tetzel das Anwesen. Ehe die Freie Reichsstadt Nürnberg 1677 das Gut kaufte, wechselte das Pfinzingschloss sechs Mal den Besitzer.

1682 erwarb Dr. Christoph Scheurl von Defersdorf den Besitz mit Herrenhaus, einem Torwärterhaus, einem Ziehbrunnen, einem zweistöckigen Haus, einem Gartenhaus, einem Stadel sowie Stallungen. Der sich anschließende große Garten mit Weiher war von einer Mauer mit kleinen Ecktürmchen eingefasst. Eines dieser Türmchen sowie Reste der Mauer sind noch heute erhalten. Hatte das Herrenhaus zunächst einen eher wehrhaften Charakter, so wurde es später zu einem repräsentativen Schloss umfunktioniert. Die Fassade wurde in dieser Umbauphase neu gegliedert, die Raumgrößen wurden den geänderten Bedürfnissen angepasst und die einzelnen Räume zeitgemäß ausgestaltet. 141 Jahre lang war das Schloss im Besitz der Patrizierfamilie Scheurl.

Ab 1823 wechselte das Schloss 14 Mal den Besitzer. In diesen Jahren wurde es mehrfach unsachgemäß umgebaut. Aus der großen Halle entstanden zwei Wohnebenen und ein Kellergeschoss. 1943 erwarb der spätere Ehrenbürger und Raumfahrtpionier Prof. Dr. Hermann Oberth das Pfinzingschloss. Während und nach dem Krieg diente es als Zufluchtstätte für Aussiedler aus dem Osten. 1971 wurde im 1. Obergeschoss ein Museum, das heutige Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum eingerichtet. 1988 schließlich kaufte der Markt Feucht das Schloss. Es wurde grundlegend saniert und die Halle in ihrer ursprünglichen Form und Größe wiederhergestellt. Das Raumfahrtmuseum zog in das frühere Torwärterhaus.


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